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Neuer Greenpeace-Ratgeber

22.10.2011 Gentechnik auf dem Teller - das bekommt man hauptsächlich durch die Geflügelfleischbranche serviert. Firmen wie Sprehe, Vossko oder Süddeutsche Truthahn AG verfüttern Gen-Soja. Wo man dagegen bedenkenlos zugreifen kann, zeigt der neue Greenpeace-Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik.

Riskante Gen-Pflanzen auf dem Acker schaden der Natur. Denn der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gefährdet nicht nur die biologische Artenvielfalt sondern führt auch zu vermehrtem Pestizideinsatz. Gerade Geflügelfleischproduzenten sehen darüber aber hinweg, obwohl Umfragen zufolge die meisten Verbraucher Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Pflanzen ablehnen.

Dabei sollte gerade die Geflügelbranche aus ihren Fehlern lernen. Schlechte Tierhaltung, hoher Medikamenteneinsatz und Dioxin im Futter sorgen immer wieder für Empörung. Auf Gen-Pflanzen im Tierfutter zu verzichten, ist ein kleiner aber wichtiger Schritt für eine nachhaltige Produktion, erklärt die Gentechnikexpertin von Greenpeace, Stephanie Töwe.

Vorbildlich hingegen geben sich Molkereien und Eierproduzenten. Hier setzen immer mehr auf eine gentechnikfreie Fütterung. Das zeigt auch der Einkaufsratgeber: Darin werden zahlreiche deutsche Firmen aufgelistet, die ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen produzieren.

Doch Vorsicht ist geboten, denn nicht alle Molkereien verfolgen den Trend des gentechnikfreien Essens. So zeigt der Ratgeber auch Molkereien auf, die keine Gentechnikfreiheit garantieren wollen, so wie Bärenmarke oder Weihenstephan. Trotzdem bewerben diese Firmen ihre Molkereiprodukte mit Bildern von grünen Wiesen und Alpenpanorama.

Für den Konsumenten ist das verwirrend, zumal Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisch veränderte Pflanzen gefressen haben, nicht als Gen-Food gekennzeichnet werden müssen. Der Greenpeace-Ratgeber zeigt deshalb, welche Unternehmen Gen-Pflanzen vermeiden und welche dies planen. So wird die zweitgrößte Käsemarke Deutschland, Gründländer, beispielsweise mit dem Ohne Gentechnik-Siegel ausgezeichnet.

Es ist die 14. Auflage des Ratgebers Essen ohne Gentechnik von Greenpeace. Mittlerweile wurde der Einkaufsratgeber 3,4 Millionen mal verteilt. Der Ratgeber gibt keine Auskunft darüber, wie genannte Firmen mit dem Thema Tierschutz umgehen. Artgerechte Tierhaltung ist und bleibt aber auch für Greenpeace eine zentrale Forderung bei der Fleisch- und Milcherzeugung.

Quelle: Greenpeace | Hannah Samland 2011