Die 10 Phasen einer Katastophe
15.03.2008 Das folgende Schema “Die 10 Phasen einer Katastophe” stammt aus der Analyse der Europäischen Umweltagentur, das unter dem Titel “Späte Lehren aus frühen Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896 - 2000″ vom Umweltbundesamt im Februar 2004 veröffentlicht wurde.
Das Buch analysiert in 14 gut lesbaren Einzelbeiträgen Katastrophen der Vergangenheit, die Millionen Menschen und Tiere das Leben kosteten. Ursache waren gesundheitsgefährdende Produkte, Technologien oder Produktionsmethoden.
Es wurde beschrieben, um Lehren zu ziehen, wie mit den „kontroversen Themen der Gegenwart wie Klimaveränderung, Mobilfunk und GVO (GenVeränderte Organismen) umzugehen ist.“
Die Themen des Buches sind: Fischsterben, Röntgen und Radioaktivität, Benzol, Asbest, PCB, FCKW, Östrogene (DES), Antibiotika, SO2, MTBE, PCB-Katastrophe in den Great Lakes, TBT, Hormone in der Tierzucht und BSE.
Es kam zu diesen Katastrophen, weil „frühzeitige Warnungen – und selbst noch „laute und späte“ Warnungen – von den Entscheidungsträgern wegen kurzfristiger wirtschaftlicher und politischer Interaktionen willentlich ignoriert wurden“ . Das Vorsorgeprinzip wurde komplett dem Profit untergeordnet - und gelernt haben wir bis heute eigentlich nichts …
Die 10 Phasen einer Katastophe:
Phase 1: Produktakzeptanz und Euphorie
Ein neues Produkt kommt ungetestet auf den Markt und wird überschwänglich vermarktet.
Phase 2: Frühe Warnungen - erste Entdeckung der Schädlichkeit des Produkts
Unabhängige Wissenschaftler, betroffene Bevölkerungsteile stellen Gesundheitsschäden fest und fordern die Behörden zum Eingreifen auf.
Phase 3: Werbe- und Verharmlosungsoffensive der Industrie
Die produzierende Industrie und ihre Verbände bestreiten dies pauschal. Die Lobby und PR-Abteilungen werden aktiv. Werbeagenturen verpassen dem Produkt ein positives Image.
Phase 4: Unbedenklichkeitsgutachten
Korrumpierte Wissenschaftler treten mit Gegengutachten auf.
Phase 5: Realitätsschock -laute Warnungen
Berichte über Kranke und Todesfälle mehren sich, eine Protestbewegung entsteht.
Phase 6: Staatlicher Betrug und Unterdrückung
Die Regierung zweifelt die Zusammenhänge von Produkt und Opfern an, beruft sich auf die entwarnenden Gutachten. Kritische Beamte und Wissenschaftler bekommen Publikations- und Redeverbot, werden unter Druck gesetzt oder in Misskredit gebracht. Psychologen und Sozialwissenschaftler erarbeiten Konzepte zur Integration der Protestbewegung.
Phase 7: Priorität Wirtschaftsinteressen
Regierungsintern wird der Vorrang der Industrie vor Gesundheitsinteressen festgelegt und Schweigen vereinbart, es wird „willentlich“ ignoriert. Die Industrie hält sich zurück, beruft sich auf die Regierung und beteuert ihre Gesetzestreue.
Phase 8: Verwirrung stiften
Die Regierung behauptet weiter, bedenkliche Erkenntnisse lägen nicht vor, die Grenz- und Schwellenwerte garantierten Sicherheit. Ein Verschleierungsvokabular wird festgelegt und Fachgespräche mit der Lobby inszeniert: „Bei behördlichen Beur teilungen kommt es häufig zu Fehleinschätzungen, weil die Entscheidungsträger bei der Risikoabschätzung auf Informationen eben derjenigen Akteure angewiesen sind, deren Produkte beurteilt werden.“ Die Industrie hat inzwischen selbst die Erkenntnisse über die Risiken ihres Produkts, hält sie unter Verschluss und versucht, unabhängige Forschung zu verhindern. Mit einer „Phase verwirrender Debatten“ zünden Industrie und Regierung Nebelkerzen.
Phase 9: Späte Warnungen - Paralyse durch Analyse
Die Bürgerbewegung und öffentliche Kritik wächst. Die Regierung erklärt, dass sie die Sorgen ernst nimmt. Risiken können nicht mehr offen geleugnet werden: „Und doch geht die Veröffentlichung von Beweisen für Risiken gelegentlich mit heftigen, doch häufig verdeckten Auslegungstricksereien einher, mit denen versucht wird, Untätigkeit zu rechtfertigen.“ Man spielt auf Zeit. Die Datenlage sei nicht gesichert und reiche zum Handeln nicht aus. Regierung und Industrie leiten mit großem Presseaufwand Forschungen ein, sie stellen eine „Paralyse durch Analyse“ her. Kurzzeituntersuchungen werden präsentiert, die das Ergebnis haben, „dass Bedenken hinsichtlich der (bekannten) Risiken völlig unbegründet sind.“
Phase 10: Katastrophen – Verbot des Produkts
Die Langzeitwirkungen des Produkts treten zu Tage. Katastrophen fordern viele Tote. Die Politik lenkt ein. Nach frühestens 25 Jahren, bedingt durch wissenschaftlichen und öffentlichen Druck, katastrophale sichtbare Folgen, hohe staatliche Folgekosten, Versicherungsschäden, politische Rivalität und vorhandene Alternativprodukte, wird das Produkt verboten.
Dieses 10-Phasen-Modell der „Profit-vor-Gesundheit-Politik“ kann problemlos auf den Mobilfunk übertragen werden!
Die Frage ist, in welcher Phase befinden wir uns eigentlich? Dieses Schema ist nicht starr. Die Phasen überlagern sich. Egal, wo wir stehen, es kommt immer auf die Bürgerbewegung an, Katastrophen zu verhindern!
Die Phasen 1 bis 9 zu durchschauen, ist dabei hilfreich. Und dieses Buch ist dazu ein Lehrbuch. Es ist ein Plädoyer für die Durchsetzung des Vorsorgeprinzips, das trotz der Erkenntnisse, die vorliegen, nicht beachtet wird.
Das Buch “Späte Lehren aus frühen Warnungen” ist lesenswert und kann im Internet unter [link=http://www.umweltbundesamt.de ]www.umweltbundesamt.de kostenlos bestellt werden.
Es wurde beschrieben, um Lehren zu ziehen, wie mit den „kontroversen Themen der Gegenwart wie Klimaveränderung, Mobilfunk und GVO (GenVeränderte Organismen) umzugehen ist.“
Die Themen des Buches sind: Fischsterben, Röntgen und Radioaktivität, Benzol, Asbest, PCB, FCKW, Östrogene (DES), Antibiotika, SO2, MTBE, PCB-Katastrophe in den Great Lakes, TBT, Hormone in der Tierzucht und BSE.
Es kam zu diesen Katastrophen, weil „frühzeitige Warnungen – und selbst noch „laute und späte“ Warnungen – von den Entscheidungsträgern wegen kurzfristiger wirtschaftlicher und politischer Interaktionen willentlich ignoriert wurden“ . Das Vorsorgeprinzip wurde komplett dem Profit untergeordnet - und gelernt haben wir bis heute eigentlich nichts …
Die 10 Phasen einer Katastophe:
Phase 1: Produktakzeptanz und Euphorie
Ein neues Produkt kommt ungetestet auf den Markt und wird überschwänglich vermarktet.
Phase 2: Frühe Warnungen - erste Entdeckung der Schädlichkeit des Produkts
Unabhängige Wissenschaftler, betroffene Bevölkerungsteile stellen Gesundheitsschäden fest und fordern die Behörden zum Eingreifen auf.
Phase 3: Werbe- und Verharmlosungsoffensive der Industrie
Die produzierende Industrie und ihre Verbände bestreiten dies pauschal. Die Lobby und PR-Abteilungen werden aktiv. Werbeagenturen verpassen dem Produkt ein positives Image.
Phase 4: Unbedenklichkeitsgutachten
Korrumpierte Wissenschaftler treten mit Gegengutachten auf.
Phase 5: Realitätsschock -laute Warnungen
Berichte über Kranke und Todesfälle mehren sich, eine Protestbewegung entsteht.
Phase 6: Staatlicher Betrug und Unterdrückung
Die Regierung zweifelt die Zusammenhänge von Produkt und Opfern an, beruft sich auf die entwarnenden Gutachten. Kritische Beamte und Wissenschaftler bekommen Publikations- und Redeverbot, werden unter Druck gesetzt oder in Misskredit gebracht. Psychologen und Sozialwissenschaftler erarbeiten Konzepte zur Integration der Protestbewegung.
Phase 7: Priorität Wirtschaftsinteressen
Regierungsintern wird der Vorrang der Industrie vor Gesundheitsinteressen festgelegt und Schweigen vereinbart, es wird „willentlich“ ignoriert. Die Industrie hält sich zurück, beruft sich auf die Regierung und beteuert ihre Gesetzestreue.
Phase 8: Verwirrung stiften
Die Regierung behauptet weiter, bedenkliche Erkenntnisse lägen nicht vor, die Grenz- und Schwellenwerte garantierten Sicherheit. Ein Verschleierungsvokabular wird festgelegt und Fachgespräche mit der Lobby inszeniert: „Bei behördlichen Beur teilungen kommt es häufig zu Fehleinschätzungen, weil die Entscheidungsträger bei der Risikoabschätzung auf Informationen eben derjenigen Akteure angewiesen sind, deren Produkte beurteilt werden.“ Die Industrie hat inzwischen selbst die Erkenntnisse über die Risiken ihres Produkts, hält sie unter Verschluss und versucht, unabhängige Forschung zu verhindern. Mit einer „Phase verwirrender Debatten“ zünden Industrie und Regierung Nebelkerzen.
Phase 9: Späte Warnungen - Paralyse durch Analyse
Die Bürgerbewegung und öffentliche Kritik wächst. Die Regierung erklärt, dass sie die Sorgen ernst nimmt. Risiken können nicht mehr offen geleugnet werden: „Und doch geht die Veröffentlichung von Beweisen für Risiken gelegentlich mit heftigen, doch häufig verdeckten Auslegungstricksereien einher, mit denen versucht wird, Untätigkeit zu rechtfertigen.“ Man spielt auf Zeit. Die Datenlage sei nicht gesichert und reiche zum Handeln nicht aus. Regierung und Industrie leiten mit großem Presseaufwand Forschungen ein, sie stellen eine „Paralyse durch Analyse“ her. Kurzzeituntersuchungen werden präsentiert, die das Ergebnis haben, „dass Bedenken hinsichtlich der (bekannten) Risiken völlig unbegründet sind.“
Phase 10: Katastrophen – Verbot des Produkts
Die Langzeitwirkungen des Produkts treten zu Tage. Katastrophen fordern viele Tote. Die Politik lenkt ein. Nach frühestens 25 Jahren, bedingt durch wissenschaftlichen und öffentlichen Druck, katastrophale sichtbare Folgen, hohe staatliche Folgekosten, Versicherungsschäden, politische Rivalität und vorhandene Alternativprodukte, wird das Produkt verboten.
Dieses 10-Phasen-Modell der „Profit-vor-Gesundheit-Politik“ kann problemlos auf den Mobilfunk übertragen werden!
Die Frage ist, in welcher Phase befinden wir uns eigentlich? Dieses Schema ist nicht starr. Die Phasen überlagern sich. Egal, wo wir stehen, es kommt immer auf die Bürgerbewegung an, Katastrophen zu verhindern!
Die Phasen 1 bis 9 zu durchschauen, ist dabei hilfreich. Und dieses Buch ist dazu ein Lehrbuch. Es ist ein Plädoyer für die Durchsetzung des Vorsorgeprinzips, das trotz der Erkenntnisse, die vorliegen, nicht beachtet wird.
Das Buch “Späte Lehren aus frühen Warnungen” ist lesenswert und kann im Internet unter [link=http://www.umweltbundesamt.de ]www.umweltbundesamt.de kostenlos bestellt werden.


